Kein Ideenwettbewerb für Schüler

Rhein Zeitung 22.04.2010

Auch Kreisausschuss lehnt Projekt der Linken ab

“Insourcing” von Reinigungspersonal und der Antrag, einen Ideenwettbewerb für Schüler zu veranstalten, waren Beratungspunkte in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses.

KREISGEBIET. Die Linke ist nun auch im Kreisausschuss mit ihrem Antrag “Den Schülern eine Stimme” gescheitert. Nachdem die Sprecher aller Fraktionen deutlich gemacht hatten, dass sie eine Aktion dieser Art nicht gutheißen, zog Ausschussmitglied Uwe Maag den Antrag zurück. Stattdessen werden Landrat und Fraktionsvorsitzende künftig Schülervertreter zum Gespräch einladen.

“Jugendliche wollen sich einbringen, werden aber daran gehindert.” Diese These der Linken liegt dem Antrag zugrunde, der schon einmal im Kreistag gestellt und als zu unpräzise in den Ausschuss verwiesen worden war. Die Fraktion hatte nun nachgearbeitet und präsentierte eine detailliertere Neufassung. Gefordert wird ein Ideenwettbewerb für Schüler zur Verbesserung ihrer Schule. 30 000 Euro sollen ausgelobt werden, mit denen die prämierten Vorschläge umgesetzt werden könnten.

“Schule ist der Ort der politischen Bildung.” Dieser Aussage von Heijo Höfer (SPD) schlossen sich alle Redner an. Alle meinten aber auch, es gebe bessere Möglichkeiten, Politik in die Schulen zu tragen. Höfer plädierte dafür, dass die heimischen Abgeordneten häufiger in den Schulen erscheinen.

Auch Volker Marenbach (FDP) begrüßt es, wenn Schüler lernen, wie Politik funktioniert. Zum “Spielfeld für Parteipolitik” – und dies vermutet er offenbar als Motiv für die Initiative der Linken – dürfe der Unterricht aber keinesfalls werden. Gerd Dittmann (Grüne) sah ebenfalls wenig Sinn in dem Projekt der Linken-Fraktion.

Schüler sollten ihren Bürgermeister kennen und eine Gemeinderatssitzung besucht haben, meinte Doris John (CDU), selbst Schulleiterin. “Aber wieder ein Wettbewerb? Wir leben ohnehin in einer solchen Aktionsgesellschaft.” John gab den Anstoß dafür, die Schülervertretungen der kreiseigenen Schulen zu Treffen mit dem Landrat, den Fraktionsvorsitzenden und Beigeordneten einzuladen, “damit sie das Gefühl haben, gefragt zu werden”.

Landrat Michael Lieber gab das zu Protokoll und schlug Uwe Maag vor, den Antrag zurückzuziehen, “wie es hier Brauch ist”. Maag tat dies, kündigte aber weitere Anträge dieser Art an.

Einen Kommentar schreiben

Security Code: