zur Ablehnung des Jugendantrags
Noch ein Zirkel ohne Wirkung
Silvia Patt
zur Ablehnung des Jugendantrags
Es war schon in der Kreistagssitzung schwer zu begreifen, und nach der Kreisausschusssitzung fragt man sich immer noch: Was konkret ist an dem Antrag der Linken auszusetzen? Schüler arbeiten Ideen aus – nicht, um sich zu amüsieren, sondern um im Sinne der Gemeinschaft das Umfeld zu verbessern. Es gibt 30 000 Euro zu gewinnen – nicht für Komasaufen oder Klingeltöne, sondern zur Umsetzung der Ideen. Der Kreisausschuss entscheidet – die Schüler erleben, wie Politik funktioniert, die Politiker bleiben Herren der Lage. Am Schluss stünden Jugendliche, die etwas über demokratische Entscheidungsprozesse gelernt haben, und eine etwas attraktivere Schule. Was ist daran auszusetzen? Wenn es am Geld liegt, warum sagt man das nicht? Wenn es daran liegt, dass der Antrag von der Linken kommt, könnte man das wenigstens zwischen den Zeilen ausdrücken. Stattdessen wird über die Politikverdrossenheit der Jugend geklagt, die so weit geht, dass der Jugendbeirat einschläft und die Kreisschülervertretung nur unter Schwierigkeiten zustande kommt. Das sind allerdings beides Gesprächszirkel ohne konkrete Wirkung. Und noch einen Zirkel dieser Art hat der Kreisausschuss jetzt ins Leben gerufen.
RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Donnerstag, 22. April 2010, Seite 12.



